Vor zwei Wochen habe ich ein sehr schönes Konvolut mit den ganz frühen Spur 00 Vorkriegsgleisen erhalten. Hier findet sich noch die beiden mittigen Bohrungen zur Befestigung – ausserhalb der Schienen. Bei den etwas späteren Gleisen – und auch bei den folgenden Metallgleisvarianten der Jahrzehnte darauf – sind die Bohrungen für die Schraubbefestigung ja jeweils diagonal angeordnet, deutlich den Enden des Gleisstücks zugewandt und zudem auch innerhalb der Schienen angeordnet.
Damit werde ich endlich den Variantenmix auf meiner Tischbahn beseitigen können – und zudem geht es dann auch hier mal wieder weiter!
Die 3027 sucht sich ihren Weg / allen Unterbrechern zum Trotz!
Nach Einbau der ersten Trennstelle bahnt sich die Märklin 3027 dennoch ihren Weg, wie im Video zu sehen ist. Das kann doch aber nicht sein?
Bei den frühen Märklin Spur 00 Gleisen war es ja so, dass nicht der Mittelleiter isoliert werden musste, sondern die Masseverbindung unterbrochen wurde. Hierfür wurde bei den Signalen (478 GN, 442 G, …) ein entsprechendes Trenngleis mitgeliefert.
Auf der anderen Seite der Trennstelle wurden die Trennschiene 3600 T mit 1/4 Länge (man erkennt sie an der roten Einfärbung auf beiden Seiten der Böschung) eingebaut. Bei dieser sind sowohl der Mittelleiter als auch die Masseverbindung getrennt, d. h. die beiden Gleishälften sind vollständig voneinander isoliert. An und für sich bräuchten wir das hier nicht und eine reine Isolierung der Masseverbindung würde genügen – derartige Gleisstücke sind mir jedoch aktuell nicht bekannt d. h. hatte ich noch nie in Händen.
Trennschiene 3600 T im Heft ‚Gleisanlagen Spur 00‘ Ref. 763 (Märklin 1938)
Bei Signal in Stellung Halt – oder wenn gar kein Signal angesteckt ist – ist so die Masseverbindung im Trenngleis-Bereich unterbrochen und die Lokomotive bleibt stehen.
Eigentlich … in meinem Fall aber war es erst einmal anders, wie das Video oben zeigt.
Nach etwas Rätselraten war die Ursache dann doch relativ schnell identifiziert:
Trennschiene 3600 T mit überbrückter Masseverbindung
Jemand hatte das Trenngleis durch Anlöten eines dünnen Drahtes an den Schienenprofilen zu einem reinen Mittelleiter-Trenngleis „degradiert“. So kam von dieser Seite Masse in den Trennbereich und von der anderen Seite der Bahnstrom über den Mittelleiter – kein Grund für die 3027 wie erstmal erwartet, anzuhalten.
Nach Tausch des Trenngleises durch ein nicht manipuliertes funktioniert die Trennstelle jetzt wunschgemäß.
Es gab allerdings noch ein Problem mit „längeren“ Zügen, da diese über die Kupplungen und Radsätze der Wagen, die noch nicht im Trennbereich eingefahren sind, ebenfalls Masseverbindung haben und so der Zug dennoch nicht stoppte …
Dieses Problem wurde schnell im Forum maetrix.net geklärt (Danke an B12!): das Trenngleis muss nicht zwei bis drei Gleise vor dem Signal wie von den Märklin H0 Eisenbahnen bekannt platziert werden, sondern an der Einfahrt zum Bahnhofsgleis, so daß der ganze Zug im Trennbereich Platz hat.
Das Trenngleis 3600 T ist nicht ganz günstig – in gutem / sehr gutem Zustand werden diese auf den bekannten Online-Handelsplattformen für bis zu € 10 je Stück gehandelt.
Ich versuche mich erstmals im Bau der Oberleitung. Mit den ganzen Gleisstücken geht es noch einfach von der Hand. Spannender wird es dann mit den kleineren Ausgleichsstücken und Weichen. Ich werde aber sicherlich mit meinen Herausforderungen dazulernen 😉
Inzwischen hat sich der Gleisplan meiner kleinen im Aufbau befindlichen Märklin Spur 00 Anlage etwas weiterentwickelt.
Neu dazu gekommen sind eine Drehscheibe 410 M zum Drehen der Schlepptenderlokomotiven, ein Bahnübergang 458 sowie der elektrische Kran 459 G. Dort, wo derzeit die drei Signale positioniert sind, sollen später elektrische Signale von Märklin verbaut werden.
Dass der Märklin Kran 459 G auf der Anlage steht, ist ein zeitlicher Kompromiss und den erweiterten Spielmöglichkeiten auch für einen zweiten Spieler geschuldet. Zwar handelt es sich um die erste Version des Krans (gemäß Koll-Katalog von 1949 – 1954 produziert), aber zeitlich würde eigentlich ein Portalkran 464 in früher Ausführung besser passen.
Da ich vor kurzem gefragt wurde, was mit meiner Märklin-Bahn mit dem „speziellen Untergestell“ wäre: es geht weiter, auch wenn ich hier nicht regelmässig schreibe.
Aktuell gibt es ausführliche Testfahrten. Insbesondere die alten Weichen aus den 30er Jahren erweisen sich ab und an als Stolperstelle selbst für den einfachsten C-Kuppler.
Wenn selbst die RM 800 aus der Bahn gerät, muss ich diese Weiche wohl erstmal aussortieren. Gut, wenn man einen entsprechend großen Fundus zur Wahl hat.
Und ich werde in meiner Entscheidung bekräftigt, die Anlage mit einem entsprechend hohen Rand entworfen zu haben. Klar, die RM 800 hätte das klaglos weggesteckt. Aber das Parkett würde auf Dauer doch unnötig strapaziert werden.
Auch an der Farbharmonie der verwendeten Gleise muss ich noch arbeiten. Diese streut bei den alten Gleisen doch gewaltig und der optische Eindruck der Gleisanlagen ist eher unharmonisch.
Wer sich mit dem Bau einer alten Tischeisenbahn befasst, kommt zwangsläufig an die Frage der Verkabelung.
Authentisch sind natürlich die alten Stoffkabel, mit denen Märklin in den 1930er / 1940er Jahren die elektrischen Weichen und Signale zum Anschluss ausgerüstet hat. Diese Kabel gab es auch paarweise in Längen von einem oder zwei Metern, dann bereits mit Stecker und Kupplung ausgerüstet.
Solche Kabel sind prinzipiell noch z. B. bei eBay erhältlich. Allerdings muss man je lfd. Meter Kabel mit Preisen im Bereich von über € 5 bis € 10 rechnen.
Selbst bei einem kleinen Tischbahn-Projekt wie dem meinen werde ich wohl 20, 30 oder noch mehr Meter Kabel benötigen, so dass die Verwendung der alten Kabel dann doch relativ teuer wird. Als Alternative bin ich jedoch in einem Modellbahn-Forum auf das Sortiment von Tube Town gestoßen. Hier werden – ursprünglich für den Bau von Lautsprechern bzw. Radios oder Hifi-Anlagen vorgesehen – verschiedene einadrige Kabel mit Stoffummantelung aus neuer Produktion angeboten. Ich habe mir daraufhin verschiedene Kabel angeschaut.
Auf dem ersten Bild finden sich (von links nach rechts):
original Märklin Kabel eines Signals aus den 30er Jahren (zum Vergleich)
starre Leitung schwarz („Schaltdraht“) 0,32 qmm (5 Meter für € 5,90 – Meterpreis € 1,18) Außendurchmesser ca. 1,5 mm. Art. vc22-05-blk
Litze schwarz (verzinnt) 0,32 qmm (5 Meter für € 7,90 – Meterpreis € 1,58) Außendurchmesser ca. 1.5 mm. Art. cw22-05-bk
Litze weiß (verzinnt) 0,32 qmm (5 Meter für € 7,90 – Meterpreis € 1,58) Außendurchmesser ca. 1.5 mm. Art. cw22-05-wh
Bild 1: Original Märklin Spur 00 Kabel und drei verschieden Stoffummantelte Kabel mit 0,32 qmm
Generell ist die Stoffisolierung der neuen Kabel dichter gewebt als die der alten Originalkabel. Die Litze ist zudem relativ starr, weil diese auf der gesamten Länge verzinnt ist (in diesem Querschnitt nicht anders lieferbar). Verfügbar sind neben den hier abgebildeten Farben (schwarz und weiß) noch Kabel mit roter, blauer und gelber Isolierung. Im Online-Shop sehen mir diese Farben jedoch zu grell aus. Werde ich vielleicht bei Gelegenheit noch testen.
Fazit: Natürlich besteht ein optischer Unterschied zwischen den alten und neuen Kabeln, dieser ist für mich jedoch hinnehmbar und ich werde die Litze in schwarz für die Verkabelung unter der Platte einsetzen.
Auf dem zweiten Bild seht ihr (von links nach rechts):
Litze schwarz 0,52 qmm (15,2 Meter für € 17,65 – Meterpreis € 1,16) Außendurchmesser ca. 3,0 mm. Art hc20-50-sw
Litze braun 0,52 qmm (15,2 Meter für € 18,80 – Meterpreis € 1,24) Außendurchmesser ca. 3,0 mm. Art hc20-50-br
Bild 2: Stoffummantelte Kabel mit 0,52 qmm
Mit diesem Querschnitt sind die Litzen nicht verzinnt. Auffällig ist auch die relativ dicke weiße Kunststoffisolierung, die zusätzlich zur Stoffummantelung vorhanden ist. Dadurch sind diese Kabel relativ starr.
Fazit: Diese Kabel sind mir für die Märklin Spur 00 zu groß dimensioniert, allenfalls vielleicht für eine Ringleitung zur Stromversorgung von Stellplatten oder Fahrstromeinspeisung einsetzbar.
Preise Stand März 2020
Hinweis zum Vergleich: der Querschnitt der gängigen Märklin H0 Kabel beträgt 0,14 qmm.